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Zum 50-jährigen Bestehen der AVG erschien im Verlag regionalkultur das Buch „Die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft. Weltweit vorbildliches Nahverkehrssystem.“ von Klaus Bindewald.

EFA Elektronische Fahrplanauskunft des Karlsruher Verkehrsverbundes

  Uhr

Inhalt

1957 bis 1959

Geschichte der AVG bis 1959

Die schmalspurige Albtalbahn verband ab 1898 Karlsruhe über Rüppurr mit Ettlingen und Herrenalb und erreichte 1900 auch Pforzheim über Ittersbach. In Karlsruhe diente sie dem Vorortsverkehr nach Rüppurr, im Albtal überwog der Arbeiterverkehr nach Karlsruhe und am Wochenende nutzte sie die Karlsruher Bevölkerung zu einem Ausflug in den Schwarzwald.

Vor allem durch den 2. Weltkrieg war die Bahn stark abgewirtschaftet und konnte nur durch den unermüdlichen Einsatz ihrer Mitarbeiter in Betrieb gehalten werden. Deshalb wuchs in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts die Unzufriedenheit der Fahrgäste an der verlotterten Albtalbahn. In mehrjährigen, zum Teil erbittert geführten Diskussionen wurde über die Zukunft der Bahn beraten und dabei verschiedene Varianten untersucht:

  • Umspurung auf Normalspur und Anschluß in Ettlingen-West an die Bundesbahn und Weiterführung nach Karlsruhe Hbf. Die Bundesbahn lehnte dies allerdings ab, ausserdem hätte dies die Probleme des Vorortverkehrs nach Rüppurr nicht gelöst.
  • Umspurung auf Normalspur bis Ettlingen und Modernisierung der verbleibenden Schmalspurstrecken, dies hätte aber nur den Verkehrsbruch, d.h. den Umsteigezwang nach Ettlingen verlegt.
  • Umstellung auf Omnibus oder sogar Oberleitungsomnibus, dies schien aber nicht genug leistungsfähig, vor allem für den sehr starken Vorortverkehr nach Rüppurr und Ettlingen.

Schließlich setzte sich die Einsicht durch, dass nur mit einem "Schienengebundenen Nahverkehrsmittel" die Aufgaben lösen werden.

Die Deutsche Eisenbahn Betriebs Gesellschaft (DEBG) als Besitzerin der Bahn dachte natürlich an die Modernisierung der Schmalspurbahn. Dies hätte aber nicht das Umsteigeproblem von der Schmalspurbahn in die Straßenbahn am Albtalbahnhof gelöst.

So setzte sich schließlich die Stadt Karlsruhe mit ihrem von Anfang an verfolgtem Ziel der Umspurung der Bahn auf Normalspur und Verbindung mit dem Straßenbahnnetz durch.

Besondere Verdienste um diese Lösung erwarben sich Oberbürgermeister Klotz von Karlsruhe und Bürgermeister Rimmelsbach von Ettlingen.

Das Land Baden-Württemberg machte von seinem Vorkaufsrecht der Bahn Gebrauch und kaufte die Albtalbahn am 26.September 1956 der DEBG für 2,5 Millionen DM ab.

Am 2. März 1957 konnte dann auch ein Vertrag zwischen dem Land Baden-Württemberg, den Städten  Karlsruhe und Ettlingen, sowie den Landkreisen Karlsruhe und Calw über die Gründung der Albtal Verkehrs Gesellschaft (AVG) mit dem Ziel der Sanierung der Albtalbahn durch Umbau auf Normalspur und Verbindung mit dem Karlsruher Straßenbahnnetz geschlossen werden. Dies führte dann zur Gründung der Albtal Verkehrs Gesellschaft am 17.04.1957. Bereits am 01.04.1957 hatte die in Gründung befindliche AVG die Betriebsführung auf der Albtalbahn übernommen.

Damals ahnten die Verantwortlichen nicht im Geringsten, dass die AVG durch ihre innovativen Ideen, dem "Karlsruher Modell", einmal weltweit bekannt sein würde.

Umspurung und Anschluß an das Straßenbahnnetz von Karlsruhe

Da die Stadt Karlsruhe im Gegensatz zu vielen anderen Städten bei der Umstellung der Pferdebahn auf elektrischen Betrieb die Normalspur beibehalten hatte, wurde die Albtalbahn natürlich auch auf Normalspur umgebaut. Zwischen dem Staatsbahnhof Ettlingen-West und Etzenrot war die Schmalspurstrecke bereits seit 1906 durch eine dritte Schiene für die Beförderung normalspuriger Güterwagen zu den Fabriken in Busenbach und Etzenrot ertüchtigt worden. So war auch aus diesen Gründen die Umspurung auf Normalspur sinnvoll. Die Elektrifizierung der neuen normalspurigen Albtalbahn erfolgte mit 750 Volt Gleichspannung.

Am Albtalbahnhof in Karlsruhe erfolgte über ein Gleisdreieck die Verbindung mit dem Karlsruher Straßenbahnnetz, wodurch das sehr unfallträchtige Umsteigen zwischen Schmalspurbahn und Straßenbahn entfiel. In Etappen wurde dann die Strecke vom Albtalbahnhof bis nach Herrenalb (heute Bad Herrenalb) umgespurt und mit sechs- und achtachsigen Gelenktriebwagen von den Waggonfabriken Rastatt und der Düwag in Betrieb genommen. Alle Sechsachser wurden im Lauf der Jahre zu Achtachsern umgebaut. Die Fahrzeuge sind alle zugverbandsfähig, wovon von Anfang an Gebrauch gemacht wurde. Zur Sicherstellung der Stromversorgung war die Fahrleitung deshalb mit entsprechend großem Querschnitt ausgerüstet.

Als erstes ging am 18.04.1958 das Gleisdreieck am Albtalbahnhof als Verbindung zum Straßenbahnnetz und die Normalspurstrecke bis zur Wendeschleife Rüppurr-Battstraße in Betrieb, gefolgt am 15.05.1959 vom Abschnitt Battstraße bis Ettlingen-Freibad. Deshalb musste nun in Ettlingen-Stadt in die Schmalspurbahn umgestiegen werden.