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EFA Elektronische Fahrplanauskunft des Karlsruher Verkehrsverbundes

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1970 bis 1979

Geschichte der AVG 1970 bis 1979

1970 wurde bei allen Fahrzeugen die induktive Zugsicherung in Betrieb genommen, während die Sicherheitsfahrschaltung von Anfang an vorhanden war.

Da sich der Busverkehr als unzulänglich herausgestellt hatte, wurde 1975 auch der stillgelegte Abschnitt Langensteinbach – Ittersbach auf Normalspur umgebaut, allerdings mit einer teilweise neuen Trassenführung über Spielberg.

Damit war das gesamte Schmalspurnetz, so wie von der AVG vorgefunden, voll umgestellt.

Mit der Inbetriebnahme des Abschnittes von Langensteinbach nach Ittersbach wurden vier etwas modernere, ebenfalls achtachsige, Gelenktriebwagen beschafft, diesmal aber von der Waggon Union in Berlin. Auch diese waren zugverbandsfähig und mit den vorhandenen Fahrzeugen kuppelbar.

Die Verbindung zwischen Ettlingen-Stadt und Ettlingen-West wurde ebenfalls elektrifiziert und der Personenverkehr mit Triebwagen aufgenommen. Da die DB inzwischen die Rheintalstrecke elektrifiziert hatte, wurde im Bahnhof Ettlingen-West die Fahrleitung von drei Gleisen umschaltbar zwischen Gleich- und Wechselspannung eingerichtet.

Auch in den 70er Jahren wurde weiter die Infrastruktur verbessert. Weichen erhielten Weichenheizung und konnten über die Integrierte Weichensteuerung (IWS) vom Fahrzeug aus gestellt werden. Eine Reihe neuer Haltepunkte verbesserte den Zugang zu den Zügen der AVG. Durch den Bau der Südtangente bedingt, erhielt die AVG auch neue Brücken über den Rangierbahnhof, damit entfiel die von der Schmalspurbahn übrig gebliebene enge Gleisführung.

Herausragendes Ereignis war aber die Inbetriebnahme der Strecke nach Neureut, nordwestlich von Karlsruhe an der DB-Strecke Karlsruhe-Mühlburg – Leopoldshafen – Graben-Neudorf gelegen. Es hatte schon 1910 einen Straßenbahnanschluss an Karlsruhe gewünscht. Diese Pläne waren weit gediehen, scheiterten aber am 1. Weltkrieg. Nach der Eingemeindung von Neureut nach Karlsruhe wurden diese Pläne aber wieder aktuell.

Die Stadt Karlsruhe eröffnete deshalb am 14.11.1975 als ersten Abschnitt eine neue zweigleisige Straßenbahnstrecke in die Nordweststadt. Von dort sollte die Straßenbahn geradlinig nach Neureut mitten durch ein geplantes Neubaugebiet führen. Als sich dessen Bebauung verzögerte, erinnerte man sich der bereits mitten durch Neureut führenden DB-Strecke, die nur noch von Güterzügen zu den Kasernen in Neureut und zum Forschungszentrum in Leopoldhafen befahren wurde. Man trat an die DB heran, um diese Strecke mit der Straßenbahn benutzen zu können, schließlich fuhren ja auch im Albtal Straßenbahnen und Güterzüge auf einem Gleis.

Für die DB war natürlich erst einmal ein Mischbetrieb zwischen Straßenbahnen und Güterzügen auf einer DB-Strecke undenkbar. Nach intensiven Verhandlungen stimmte sie aber doch zu. So konnte von der Nordweststadt eine neue zweigleisige Strecke bis zur Einmündung in die eingleisige DB-Strecke in Neureut gebaut, am nördlichen Ende von Neureut eine Wendeschleife errichtet und der gesamte Bereich elektrifiziert werden. Die neuen Signale wurden an das Gleisbildstellwerk in Ettlingen angeschlossen. Da die Triebwagen der AVG schon der EBO genügten, wurde die AVG mit der Betriebsführung auf der neuen Strecke betraut.

Am 05.10.1979 ging die Strecke als Linie „A“ von Herrenalb bis nach Neureut in Betrieb. Das Fahrgastaufkommen stieg bedingt durch die nun direkte Erreichbarkeit der Innenstadt von Karlsruhe stark an. Mehrfach musste der Fahrplan verdichtet und die eingleisige Strecke auf zwei Gleise erweitert werden.

Man kann diese Mitbenutzung von Eisenbahnstrecken in der Region durch Straßenbahnen und Führung der Züge direkt in die Innenstadt von Karlsruhe auch als ersten Meilenstein zum bekannten „Karlsruher Modell“ betrachten.

Ebenfalls 1979 wurde in Bad Herrenalb (seit 1971 Bad) eine in Baden-Baden abgebaute Bahnhofshalle zum Schutz der Fahrgäste errichtet.