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1980 bis 1989

Geschichte der AVG 1980 bis 1989

Die 1979 eröffnete Strecke nach Neureut war so erfolgreich, dass sie in Etappen, 13.12.1986 bis Leopoldshafen, und am 03.06.1989 bis Hochstetten verlängert werden konnte. Ab 18.12.1989 konnten die Mitarbeiter des Kernforschungszentrums mit der AVG direkt zu ihrer Arbeitsstätte fahren.

Wegen Verbreiterung der Autobahn und Neubau der B3 konnte die AVG-Strecke zwischen Rüppurr und Neuwiesenreben neutrassiert werden.

Der Bahnhof Ettlingen-Stadt wurde modernisiert und über den Bahnsteigen ebenfalls eine Bahnsteighalle aus Teilen der ehemaligen Bahnhofshalle von Baden-Baden errichtet. Auch der Albtalbahnhof erhielt eine Bahnsteighalle, allerdings in moderner Form.

1983 wurde als Nachfolger für die Gelenktriebwagen der erste sechsachsige Stadtbahntriebwagen ausgeliefert. Durch seine größere Breite gegenüber den bisherigen Fahrzeugen, erlaubt er vier bequeme Sitze nebeneinander und durch seine höhere Geschwindigkeit beachtliche Fahrzeitverkürzungen. Während zuerst nur sechsachsige Stadtbahnwagen geliefert wurden setzte man bald auf achtachsige Fahrzeuge und baute vorhandene Sechsachser in Achtachser um oder beschaffte gleich achtachsige Fahrzeuge. Einige Stadtbahnwagen erhielten dabei ein komfortables Mittelteil mit Panoramascheiben und nur drei Sitzen in einer Reihe für die "Fernstrecken" der AVG, während die hauptsächlich in der Stadt fahrenden Triebwagen im Mittelteil eine fünfte Türe für schnellen Fahrgastwechsel erhielten. Inzwischen waren nämlich genügend Stadtbahnwagen vorhanden, dass sie auch durch die Verkehrsbetriebe Karlsruhe eingesetzt wurden.

In der Region Karlsruhe gibt es ein recht gut ausgebautes Eisenbahnnetz, aber die Entfernung vom Stadtzentrum bis zum Hauptbahnhof beträgt etwa 2.2 km. Deshalb musste man dort in die Straßenbahn umsteigen, wenn man in die Innenstadt wollte. Dies war unattraktiv, weshalb die Fahrgastzahlen auf der DB zurückgingen.

Eine durch das Bundesministerium für Forschung geförderte Studie ergab, dass man das Straßenbahnnetz in Karlsruhe an einigen Stellen aufwandsarm mit den DB-Gleisen verbinden kann. Dann braucht man nur noch ein geeignetes Straßenbahnfahrzeug, welches auch auf der DB fahren kann. Damit musste es als Zweisystemfahrzeug außer mit 750 Volt Gleichspannung auch mit 15.000 Volt Wechselspannung betrieben werden können.

In einem der neuen Stadtbahntriebwagen wurde provisorisch ein Trafo, Gleichrichter und Glättungsdrossel eingebaut, die Verbindungstrecke zwischen Betriebshof-West der Verkehrsbetriebe Karlsruhe und der DB elektrifiziert und mit einer Systemwechselstelle ausgerüstet. Damit konnte der Versuchstriebwagen am 05.09.1986 den Betriebshof verlassen und in wenigen Wochen etwa 1100 km erfolgreich auf der DB zurücklegen.

Geplant war als erstes die Verbindung von Karlsruhe nach Wörth, da hier ein sehr starker Pendlerverkehr nach Karlsruhe herrscht. Dies war aber der DB bei dieser stark befahrenen Strecke zu riskant, weshalb man sich auf die Strecke von Karlsruhe über Grötzingen nach Bretten einigte. Nachdem ein Vertrag dazu abgeschlossen war, an den Kosten mussten sich übrigens erstmals auch die Gebietskörperschaften beteiligen, wurden die ersten zehn Zweisystemtriebwagen bestellt.