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Bewegende Gedenkfeier für ehemaligen Nahverkehrschef Dr. Dieter Ludwig

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann würdigte bei der Gedenkveranstaltung die Lebensleistung Dr. Dieter Ludwig. (Foto: AVG)

Im Rahmen einer bewegenden Gedenkfeier wurde am Dienstag (4. August) auf dem Karlsruher Messplatz dem ehemaligen Karlsruher Nahverkehrschef Dr. Dieter Ludwig gedacht. Der Erfinder des weltweit renommierten „Karlsruher Modells“ und Ehrenbürger der Stadt Karlsruhe war Mitte Juli kurz nach seinem 81. Geburtstag verstorben.

Neben den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG), der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) und des Karlsruher Verkehrsverbunds nahmen auch zahlreiche Weggefährten Dr. Dieter Ludwigs aus nah und fern an der Gedenkveranstaltung teil.

Von Seiten des Landes war Verkehrsminister Winfried Hermann persönlich nach Karlsruhe gekommen, um Dr. Dieter Ludwig die letzte Ehre zu erweisen. In seiner Trauerrede zeichnete der Verkehrsminister das Bild eines entscheidungsstarken und weitsichtigen Visionärs, der ein „Pionier der Verkehrswende“ gewesen sei. Er beschrieb Dr. Ludwig als eine einzigartige Persönlichkeit, der stets sehr entschlossen und zielorientiert an Nahverkehrsprojekte herangegangen sei, von deren Erfolgsaussichten er überzeugt war.

Karlsruhes Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup würdigte den Ehrenbürger der Stadt als „Jahrhundertmensch“ und  „allseits geschätzten Rat- und Ideengeber“ sowie als einen „Weggefährten, der im wahrsten Sinne des Wortes viel bewegt hat“.
Mit der Verknüpfung von Straßenbahn und Eisenbahn habe Dr. Ludwig sein Lebenswerk – das „Karlsruher Modell“ einer Zweisystem-Stadtbahn – geschaffen, das bis heute weltbekannt und mehrfach kopiert sei. Der Oberbürgermeister hob weiter hervor: „Der ÖPNV war sein Traum, der ÖPNV war sein Leben. Als „Nahverkehrspapst“ ging Dieter Ludwig in die Geschichte ein“. Überall in der Fächerstadt und weit darüber hinaus könne man auf seinen Spuren wandeln – doch nirgendwo sei man Dr. Dieter Ludwig womöglich so nah wie im Öffentlichen Personennahverkehr, so Mentrup.

Von Seiten der kommunalen Nahverkehrsunternehmen erinnerten Dr. Alexander Pischon, Vorsitzender der Geschäftsführung von AVG und VBK, und deren technischer Geschäftsführer, Ascan Egerer an den Visionär, der bei der Belegschaft in den vergangenen Jahrzehnten einen prägenden Eindruck hinterlassen habe.

Unter den Mitarbeitern habe sich die Nachricht von seinem plötzlichen Tod „wie ein Lauffeuer“ verbreitet – „auf den Fluren der Verwaltung ebenso wie in der Leitstelle, in den Fahreraufenthaltsräumen genauso  wie in unseren Werkstätten in Ettlingen und Karlsruhe oder in den Bahnmeistereien entlang unserer Strecken“, sagte Ascan Egerer.

Laut Dr. Pischon ist es beides, was von Dr. Dieter Ludwig in Erinnerung bleiben werde – zum einen die „großen Würfe“ seiner innovativen Nahverkehrsprojekte, zum anderen die vielen „kleinen“ persönlichen Begegnungen, die den Menschen in besonderer Erinnerung bleiben würden. „Mit dem Nahverkehrsnetz und dem Karlsruher Modell hinterlässt Dr. Ludwig uns allen ein großartiges Erbe, das wir als Unternehmen für ihn und die Menschen in unserer Region in die Zukunft führen werden“, sagte Dr. Alexander Pischon.

Auch der Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Oliver Wolff, würdigte den Verstorbenen, der eines von vier Ehrenmitgliedern des Verbands gewesen sei – der einstige Karlsruher Nahverkehrschef habe Zeit seines Lebens mit großem Engagement im und für den VDV gewirkt.

Mit sehr persönlichen Worten erinnerte auch Dr. Hans-Peter Ackmann an Dr. Dieter Ludwig, den er bereits seit den frühen 90er-Jahren gekannt habe. Ackmann ist Vorstand der Pensionskasse Deutscher Eisenbahnen und Straßenbahnen VVaG und ehemaliger Geschäftsführer des Arbeitgeberverbands Deutscher Eisenbahnen.