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"Eisenbahner mit Herz": AVG-Triebfahrzeugführer zum Landesieger gekürt

Von links: Ascan Egerer, technischer Geschäftsführer der AVG; Michael Schweiger, AVG-Triebfahrzeugführer und Landessieger Baden-Württemberg; Frank Zerban, Bundesarbeitsgemeinschaft der Aufgabenträger des SPNV e.V. und Mitglied der Wettbewerbsjury (Foto: Allianz pro Schiene/Stephan Röhl)

Für seinen außergewöhnlichen Einsatz am Heiligabend vergangenen Jahres wurde Michael Schweiger, Triebfahrzeugführer der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG), am gestrigen Mittwoch zum Landessieger Baden-Württemberg des bundesweiten Wettbewerbs „Eisenbahner mit Herz“ gekürt. Durch seinen „beherzten“ Einsatz konnte Michael Schweiger einem Mann, der am Bahnsteig der Haltestelle „Erbprinz/Schloss“ einen Herzinfarkt erlitten hatte, Erste Hilfe leisten.
Im Rahmen der Siegergala, die von der „Allianz pro Schiene“ in Potsdam ausgerichtet wurde, hatte der technische Geschäftsführer der AVG, Ascan Egerer, die Ehre, dem AVG-Mitarbeiter persönlich zum Titel des diesjährigen Landesiegers zu gratulieren.

„Auf Vorschlag von Fahrgästen wurden Mitarbeiter von Bahnunternehmen aus ganz Deutschland ausgezeichnet, die durch ihre außergewöhnlich herzliche oder hilfsbereite Art beispielhaft unter Beweis gestellt haben, was von unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern tagtäglich geleistet wird“, betont Ascan Egerer. „Ich bin sehr stolz darüber, wie selbstverständlich und vorbildlich Michael Schweiger an Heiligabend gehandelt hat. Er steht ebenso wie alle anderen ausgezeichneten Kolleginnen und Kollegen stellvertretend für viele, die im Umgang mit anderen Menschen ein Verhalten zeigen, welches für sie selbstverständlich ist“, sagt der technische Geschäftsführer der AVG.  „Nicht nur für die Beschäftigten in den Verkehrsunternehmen, sondern für alle Menschen sollte es „normal“ sein, hinzusehen und zu helfen“, hebt Egerer abschließend hervor.

Zu Michael Schweigers außergewöhnlichem Einsatz:
„Es war meine letzte Fahrt am Heiligabend“, erinnert sich der AVG-Triebfahrzeugführer daran, wie er gegen 13.30 Uhr mit einer vollbesetzten Stadtbahn vom Ettlinger Stadtbahnhof kommend in die Haltestelle am „Erbprinz“ einfuhr. „Schon bei der Einfahrt fand ich es ungewöhnlich, dass dort ein gepflegt gekleideter Mann im Wartehäuschen auf dem Boden saß und sich mit der Hand die linke Brust hielt“. Als dann er im Rückspiegel bemerkte, dass keiner der zahlreichen ein- oder aussteigendenden Fahrgäste von dem Mann Notiz nahm, traf Michael Schweiger einen schnellen Entschluss: „Für mich war sofort klar, dass der Mann sich in einer Notsituation befindet und dringend Hilfe braucht. Also habe ich den Schlüssel abgezogen und bin zu ihm hingerannt.“

Der Mann sei bleich im Gesicht gewesen und habe über einen stechenden Schmerz in der Brust und einen tauben linken Arm geklagt. „Ich befürchtete, dass er einen Herzinfarkt erlitten hatte, und habe sofort über unsere Zugleitung einen Rettungswagen mit Notarzt alarmiert“, schildert Schweiger den weiteren Verlauf der Ereignisse. Glücklicherweise sei ein Notarzt dann bereits nach weniger als zehn Minuten vor Ort gewesen und habe den Mann in ein Krankenhaus eingeliefert. Anschließend sei er dann wieder in die Bahn eingestiegen und habe seine letzte Fahrt des Tages regulär fortgesetzt.
„Ich habe im Anschluss erfahren, dass der Mann überlebt hat“, freut sich Michael Schweiger darüber, dass sein engagierter Einsatz zum Glück ein gutes Ende nach sich gezogen habe.

 Wenn Michael Schweiger an das abendliche Festessen im Kreis seiner Liebsten zurückdenkt, fällt ihm vor allem ein, dass er den Abend mit sehr gemischten Gefühlen verbracht habe: „Zum einen war ich sehr froh darüber, dass ich dem Mann helfen konnte. Zum anderen hat es mich aber sehr beschäftigt, wie viele Menschen achtlos an ihm vorbeigegangen sind und selbst gar nicht auf die Idee kamen, ihm zu helfen.“ Auch auf eine Durchsage in der Bahn, ob ein Arzt oder eine Krankenschwester im Fahrzeug sei, habe nicht dazu geführt, dass jemand ausgestiegen sei, um ihm zu helfen.
Wäre auch er mit der Bahn weitergefahren ohne zu helfen, dann wäre vielleicht erst zwanzig Minuten später mit der folgenden Bahn wieder jemand auf den Mann aufmerksam geworden – möglicherweise mit fatalen Folgen.  

Zum Wettbewerb „Eisenbahner mit Herz“:
Der bundesweite Wettbewerb „Eisenbahner mit Herz“ wird jährlich von der „Allianz pro Schiene“ durchgeführt und findet nächstes Jahr zum zehnten Mal statt. Hierbei handelt es sich um einen Preis, der für besonders kundenfreundliches Engagement von Mitarbeitern im Eisenbahnverkehr vergeben wird, die Vorschläge kommen dabei von unseren Fahrgästen und Kunden. Die „Allianz pro Schiene“ ist das Bündnis in Deutschland zur Förderung des umweltfreundlichen und sicheren Schienenverkehrs, in dem sich 23 Non-Profit-Organisationen zusammengeschlossen haben.

Weitere ausführliche Details zu den Landes- und Bundessiegern des Wettbewerbs sowie zur „Allianz pro Schiene“ finden Sie auf der Internetseite www.allianz-pro-schiene.de

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