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Forscherfahrt durch den Karlsruher Stadtbahntunnel

Ein Messfahrzeug der AVG sammelte heute im Rahmen eines Forschungsprojekts mit dem KIT wertvolle Daten zum Zustand der Bahninfrastruktur im Karlsruher Stadtbahntunnel. Dieser soll im Dezember 2021 in Betrieb genommen werden.

Gemeinsame Pressemitteilung der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft und des Karlsruher Institut für Technologie

Wertvolles Datengold: Die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben heute mit einer Messbahn Fahrten im Karlsruher Stadtbahntunnel durchgeführt. Ziel war es, Daten zur Optimierung der Bahn-Infrastruktur und des Bahnbetriebs zu gewinnen.

„Der Stadtbahntunnel gibt uns die einmalige Möglichkeit, eine breite Datengrundlage auf einer Strecke zu generieren, auf der sich die Infrastruktur noch in einem komplett neuen Zustand befindet“, erklärt Markus Tesar, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Fahrzeugsystemtechnik des KIT. „So können wir im Rahmen einer Langzeitstudie diese Daten dann mit späteren Werten vergleichen und so beispielsweise Rückschlüsse ziehen, wie sehr sich die Schieneninfrastruktur im Tunnel im Laufe der Jahre abgenutzt hat“. Seit Juni 2019 sammeln AVG und KIT im Zuge eines Kooperationsprojekts mit ihrem „rollenden Labor auf Schienen“ solche Daten, um den Schienenverkehr hinsichtlich Energieeffizienz, Komfort und Sicherheit zu optimieren.

Bahn erfasst bei ihren Fahrten mehr als 150 verschiedene Messgrößen

Auch in der Eisenbahnbranche ist die Digitalisierung in den vergangenen Jahren immer weiter vorangeschritten. Bei der AVG haben wissenschaftliche Mess- und Analyseverfahren ebenfalls Einzug gehalten. Dem kommunalen Verkehrsunternehmen liefert das Forschungsprojekt mit dem KIT wertvolle Erkenntnisse für den Erhalt ihrer Infrastruktur und für betriebliche Optimierungen. „Auf Grundlage dieser wissenschaftlichen Datenbasis können wir beispielsweise den Zustand unserer Schienen bewerten und diese dann rechtzeitig erneuern, bevor größere Schäden auftreten. So lassen sich auch betriebliche Einschränkungen für den Fahrgast deutlich reduzieren“, erklärt AVG-Projektleiter Achim Hettel die Vorzüge dieser empirischen Datenerhebung. „Unser Ziel ist es, den Stadt- und Trambahnverkehr attraktiv und wirtschaftlich zu gestalten und kontinuierlich zu verbessern. Hierbei helfen uns diese Daten sehr.“

Das KIT hatte für das Forschungsprojekt mit der AVG seinerzeit eine Niederflurbahn vom Typ Citylink NET 2012 mit umfangreichen Messinstrumenten ausgerüstet. Ursprünglicher Ansatz der Kooperation zwischen AVG und KIT war es eigentlich, mit Hilfe der Messbahn Informationen über die Bremsenergieverluste zu gewinnen. Inzwischen umfasst die Datenakquise viele andere Messgrößen wie Temperatur und CO2-Gehalt im Fahrgastraum, Beschleunigungskräfte am Fahrzeugkasten, Öltemperatur, Zahnradabrieb oder Traktionsleistung. Insgesamt werden mehr als 150 Messgrößen aufgezeichnet. Pro Monat wird so ein Terrabyte an Daten generiert.

Die 37 Meter lange Messbahn wird im regulären Fahrgastbetrieb eingesetzt, so dass hierfür keine Fahrzeugkapazitäten abgezogen werden müssen. Der Fahrgast selbst sieht von außen aber nicht, welch komplexe Messtechnik an der Citylink-Bahn verbaut ist. Nur eine kleine silberne Box auf dem Dach verrät den besonderen Auftrag, den diese Trambahn tagtäglich auf ihrer Fahrt durch das Schienennetz in der Fächerstadt erfüllt.