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Landkreis Karlsruhe, AVG und VBK unterstützen Geflüchtete beim Start ins Berufsleben

Die Ausbildungsleiter Sarina Wenz und Stefan Mock (links) führen die Praktikanten durch die verschiedenen Werkstattbereiche im Betriebshof West.

Gemeinsame Pressemitteilung des Landkreises Karlsruhe, der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft und der Verkehrsbetriebe Karlsruhe

Sechs junge Asylbewerber aus drei Nationen absolvieren derzeit ein Praktikum bei den Verkehrsbetrieben Karlsruhe (VBK) und der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) und lernen im Betriebshof West am Karlsruher Rheinhafen unterschiedliche Arbeitsbereiche kennen. Durch das Praktikum sollen die Jugendlichen, die derzeit eine VAB-Klasse (VAB= Vorqualifizierung Arbeit und Beruf) der Albert-Einstein-Schule in Ettlingen besuchen und sich dort auf ihren Hauptschulabschluss vorbereiten, an die Arbeitswelt in Deutschland herangeführt und auf eine mögliche Ausbildung bei der AVG und den VBK vorbereitet werden.

„Arbeit und Ausbildung sind neben der Sprache der Schlüssel zur Integration. Hier übernehmen wir als kommunale Verkehrsunternehmen gerne gesellschaftliche Verantwortung und wollen mit diesen Praktika einen Beitrag dazu leisten, dass die Integration von Geflüchteten in Deutschland weiter erfolgreich voranschreitet“, erklärt Ausbildungsleiter Stefan Mock.

AVG und VBK schaffen zusätzliche Ausbildungsplätze

Jeden Montag schnuppern die jungen Männer, die aus Syrien, Irak und Gambia stammen, in die verschiedenen Werkstattbereiche auf dem Betriebshof hinein. Dabei können sie einen umfassenden Einblick gewinnen, welcher Berufszweig sie für eine spätere Ausbildung besonders interessieren würde. Zudem stehen  ̶  über das Schuljahr verteilt  ̶   fünf bis sechs Block-Praktikumswochen auf dem Stundenplan. „Wenn sich ein Praktikant über das ganze Jahr bewährt und Qualifikation und Motivation stimmen, kann er im Anschluss daran direkt mit einer Ausbildung bei uns beginnen und muss nicht noch ein Bewerbungsverfahren durchlaufen“, sagt Mock. Damit keine Konkurrenz-Situation mit dem heimischen Bewerber-Markt entsteht, haben die AVG und VBK im Zuge des Pilotprojekts zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen. Insgesamt absolvieren derzeit rund 65 junge Menschen eine Ausbildung bei den beiden kommunalen Verkehrsunternehmen – beispielsweise zum Feinwerkmechaniker/-in, Elektroniker/-in, Eisenbahner/-in im Betriebsdienst oder Informatikkaufmann/-frau.

Praktikanten bringen hohe Lernbereitschaft und Motivation mit

Vor zwei Jahren haben AVG und VBK gemeinsam mit der Albert-Einstein-Schule und dem Landkreis Karlsruhe als Träger der Berufsschule das Projekt zur Integration von Geflüchteten ins Leben gerufen. „Unsere Erfahrungen sind seitdem sehr positiv. Die meisten Praktikanten bringen eine hohe Lernbereitschaft und Motivation mit und haben aufgrund ihrer Herkunftsländer oder ihres Flüchtlingsstatus eine gute Bleibeperspektive“, betont Mock. „In den letzten zwei Jahren haben wir sieben Geflüchtete als Auszubildende übernommen. Diese Erfolgsgeschichte möchten wir gerne fortschreiben.“

Die Chancen dafür stehen gut. Denn auch das Sprachniveau sei im Vergleich zu den Praktikanten, mit denen die AVG und VBK in das Projekt vor zwei Jahren gestartet waren, deutlich besser. „Das macht es natürlich für unsere Meister und Kollegen in den einzelnen Werkstattabteilungen leichter, ihr Fachwissen und die Ausbildungsinhalte an die Praktikanten weiterzugeben“, stellt Mock fest.   

Damit es im Werkstattbereich mit seinen vielen Maschinen gerade in Fragen der Arbeitssicherheit durch die sprachlichen Barrieren trotzdem nicht zu fatalen Missverständnissen kommt, bieten die AVG und VBK den Teilnehmern zu Beginn ihres Praktikums neuerdings eine speziell auf sie zugeschnittene Arbeitsschutzanweisung an. Diese funktioniert „fast nahezu ohne Worte und informiert stattdessen mit vielen anschaulichen Bildern und kleinen Filmen über das richtige Verhalten in Gefährdungssituationen am Arbeitsplatz“, erklärt Eckhard Held, der bei AVG und VBK als Fachkraft für Arbeitssicherheit diese wichtigen Unterweisungen durchführt.

Durch Betriebspraktika sollen Schlüsselqualifikationen vermittelt werden

Der Landkreis Karlsruhe betrachtet die Betriebspraktika als einen ersten und wichtigen Schritt auf dem Weg zu einem Ausbildungsverhältnis: „Gerade im Handwerk gibt es aufgrund der derzeit guten Konjunkturlage viele berufliche Perspektiven. Zahlreiche andere Unternehmen sind inzwischen dem Beispiel von AVG und VBK gefolgt und bieten ebenfalls Praktika für Geflüchtete an. Wir hoffen natürlich, dass es noch mehr Unternehmen werden, die diesem Beispiel folgen“, sagt Sebastian Glatt, der als so genannter „Koordinator für Berufswegeplanung“ beim Landratsamt die Schüler bei ihrer Qualifizierungsmaßnahme begleitet.

An der Albert-Einstein-Schule werden derzeit 14 Schülerinnen und Schüler, die in Deutschland Asyl beantragt haben, mit unterrichtsbegleitenden Praktika bei Unternehmen in der Region für den Start ins Berufsleben vorbereitet. „Die Jugendlichen können dabei sowohl berufliche Orientierung gewinnen wie auch berufliches Grundwissen erwerben. Der Schwerpunkt liegt an unserer Schule auf den Berufsfeldern Elektro-, Metall- und Holztechnik“, erklärt Abteilungsleiter Rainer Gruber, der das Projekt begleitet. „Gleichzeitig geht es aber auch darum, den Schülern Schlüsselqualifikationen wie Selbständigkeit, Zuverlässigkeit, Verantwortungsbereitschaft und Teamfähigkeit zu vermitteln.“