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Neuer Kurs gestartet: Qualifizierung Geflüchteter zu Triebfahrzeugführern

Bei der erfolgreichen Premiere der "Qualifizierung Geflüchteter zur Triebfahrzeugführern" machte sich seinerzeit auch Verkehrsminister Hermann (l.) bei einer Schulungsfahrt ein Bild von der Ausbildung bei der AVG.

Bereits im Jahr 2019 war auf Initiative von Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann zusammen mit der Bundesagentur für Arbeit ein Modellprojekt zur Qualifizierung von Geflüchteten zu Triebfahrzeugführern ins Leben gerufen und mit mehreren Partnern erfolgreich umgesetzt worden. Nun geht der mehrmonatige Qualifizierungskurs ab dem heutigen Montag, 4. Juli, „in eine neue Runde“. Im Rahmen des Qualifizierungs-Clusters Karlsruhe/Mannheim werden ab sofort in enger Zusammenarbeit zwischen der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG), der SWEG Südwestdeutsche Landesverkehrs-GmbH, Go-Ahead Baden-Württemberg, der MEV Eisenbahn-Verkehrsgesellschaft mbH mit Sitz in Mannheim und der Bundesagentur für Arbeit insgesamt 15 Teilnehmer in den kommenden Monaten zu Triebfahrzeugführern ausgebildet.
Die Leitung des Qualifizierungs-Clusters liegt – wie bereits beim ersten Kurs dieser Art – erneut bei der AVG mit Sitz in Karlsruhe.

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann betont zum heutigen Auftakt des neuen Qualifizierungskurzes: „Der erste Kurs war ein voller Erfolg. Die Teilnehmer waren hoch motiviert. Alle haben die anspruchsvollen Prüfungen bestanden und sitzen heute in den Führerständen unserer SPNV-Züge. Ich freue mich, dass wir jetzt erneut 15 Geflüchteten einen Einstieg in eine gute berufliche Perspektive ermöglichen. Wie ihre Vorgänger haben sie die Chance, auf einen interessanten und verantwortungsvollen Job: Sie werden Fahrzeugführer für nachhaltige Mobilität.“

Die Qualifizierungsmaßnahme verfolgt zum einen das Ziel, dem weiterhin bestehenden Personalmangel in der Bahnbranche engagiert zu begegnen und zugleich einen wichtigen Beitrag zur Integration Geflüchteter in den Arbeitsmarkt zu leisten.        
Die Teilnehmer teilen sich wie folgt auf die zuvor genannten Unternehmen auf: Bei der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft werden in den kommenden Monaten sechs Geflüchtete ausgebildet, sieben weitere Teilnehmer der Qualifizierungsmaßnahme kommen von Go-Ahead und zwei weitere Kursteilnehmer von der SWEG. Die Ausbildung erfolgt zum einen in den Schulungsräumlichkeiten von MEV in Mannheim und zum anderen bei den einzelnen Nahverkehrsunternehmen selbst.

Von Seiten der Bundesagentur für Arbeit wird die Qualifizierung dadurch gefördert, dass sie die Lehrgangskosten übernimmt und sich an den Lohnkosten beteiligt.
Die Bereitstellung der Integrationscoaches wird finanziell durch das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg gefördert.

„Ich freue mich sehr, dass in diesem Jahr wieder ein neuer Qualifizierungskurs für Geflüchtete zustande gekommen ist“, sagt Stephanie Schulze, Mitglied der Geschäftsleitung der AVG und Leiterin des Qualifizierungsclusters Karlsruhe/Mannheim und ergänzt: „Der erste Kurs war ein voller Erfolg und die neuen Kollegen arbeiten jetzt hochmotiviert für die AVG. Die Zusammenarbeit zwischen den Eisenbahn-Verkehrsunternehmen, der MEV als Bildungsträger, dem Verkehrsministerium und den Arbeitsagenturen in der Planungsphase für den zweiten Kurs hat wieder hervorragend funktioniert und großen Spaß gemacht.“

Christian Rauch, Leiter der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit hebt hervor: „Diese Qualifizierungsmaßnahme ist ein besonders gutes Beispiel für gelingende Netzwerkarbeit und wie es gelingen kann, aus vermeintlich bildungsfernen Personengruppen Fachkräfte für morgen zu machen. Die Suche nach geeignetem Personal – in allen Personengruppen – stellt eine Herausforderung nicht nur für die Verkehrsunternehmen dar, gerade in Zeiten des hohen Fachkräftebedarfs. Uns als Bundesagentur für Arbeit freut es daher sehr, dass dieses Modellprojekt in die zweite Runde geht. Allerdings wollen wir uns nicht auf den Anfangserfolgen ausruhen, sondern gemeinsam mit unseren Partnern in Baden-Württemberg diesen Weg weiterverfolgen und weiteren Interessierten den Weg in den Beruf ermöglichen.“

„Der erste Geflüchteten-Qualifizierungskurs verlief für unsere vier damaligen Kursteilnehmer und Go-Ahead sehr erfolgreich. Unsere Kollegen sind weiterhin hochmotiviert und engagiert. Sie machen nun schon seit 1,5 Jahren als Lokführer im täglichen Schichtdienst bei Go-Ahead einen tollen Job und sind gut im ‚Ländle‘ angekommen“, freut sich Fabian Amini, Geschäftsführer der Go-Ahead Baden-Württemberg, und erklärt: „Diese guten Erfahrungen zeigen, wie einfach die Bekämpfung des Fachkräftemangels und Integration von Geflüchteten in Deutschland sein kann. Deshalb bilden wir sehr gern weitere syrische Geflüchtete zu Triebfahrzeugführern aus. Wir wünschen unseren neuen Kollegen viel Freude an der künftigen Arbeit im Führerstand unserer Züge. Ein herzliches Willkommen in der kulturell vielfältigen Go-Ahead-Familie!“

 „Wir unterstützen das Projekt gern, um neue Zielgruppen für die Triebfahrzeugführer-Ausbildung zu erschließen, neue Möglichkeiten der Personalgewinnung auszuprobieren und damit auch zur Integration von Flüchtlingen beizutragen. Bereits jetzt bieten wir vielen Beschäftigten aus verschiedenen Ländern und Kulturen eine berufliche Perspektive in unserem Unternehmen, was nun durch das Qualifizierungsangebot für Flüchtlinge zu Triebfahrzeugführern weiter ausgebaut wird“, sagt Tobias Harms, Vorsitzender der SWEG-Geschäftsführung.

Thorsten Wagner, Leiter TEX Rail Training Academy der MEV Deutschland, hebt hervor:
„Die Eisenbahnbranche ist ein Chancengeber. Die Tex Rail Training Academy als Ausbildungsprofi der MEV und Bildungsträger des Lehrgangs freut sich sehr, wieder Teil dieses spannenden Projektes zu sein und die Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt unterstützen zu können. Wir hatten bereits 2019 die Ehre, als Bildungsträger des sehr erfolgreichen ersten Lehrgangs zum Triebfahrzeugführenden fungieren zu dürfen. Es motiviert uns daher natürlich besonders, für unsere neuen Teilnehmenden die besten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Abschluss zu schaffen und damit unseren Teil beizutragen, den perfekten Start in ein neues Berufsleben zu ermöglichen.“