Über den Besuch einer Delegation von Arverio Baden-Württemberg konnte sich gestern die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) in Karlsruhe freuen. In der Fächerstadt fand der erste gemeinsame Austausch zwischen den Leitstellen der beiden Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) statt. Ziel des Treffens war es, den fachlichen Dialog zu aktuellen Herausforderungen im regionalen Schienenpersonennahverkehr zu fördern, Einblicke in die Arbeitsweisen des jeweiligen EVUs zu erhalten und die Zusammenarbeit zwischen der AVG und Arverio weiter zu stärken.
Beide Eisenbahnverkehrsunternehmen leisten mit ihrem ÖPNV-Angebot auf der Schiene einen wichtigen Beitrag zu einem leistungsfähigen und umweltfreundlichen Nahverkehr in Baden-Württemberg. Da die AVG und Arverio teilweise dieselbe Bahninfrastruktur in der Region nutzen, standen insbesondere Themen rund um den täglichen Bahnbetrieb, die Koordination von Betriebsabläufen sowie die Optimierung gemeinsamer Prozesse im Mittelpunkt der Gespräche.
Zur siebenköpfigen Delegation von Arverio zählten unter anderem Enrico Spranger, der Abteilungsleiter der Leitstelle, Personalmanager Christoph Lorenzen, der erfahrene Triebfahrzeugführer und Betriebsratsmitglied Onur Tekeci sowie kürzlich ausgebildete Leitstellendisponenten.
Initiiert wurde das Treffen von Oliver Becker, der beide Unternehmen sehr gut kennt. Der Abteilungsleiter Betriebsdurchführung bei der AVG war zuvor in leitender Funktion für die Teamleiter der Triebfahrzeugführer bei Arverio in Bayern und Baden-Württemberg verantwortlich. „Durch den fachlichen Austausch zwischen unseren Unternehmen lassen sich viele Synergien erzeugen, von denen am Ende die Fahrgäste von AVG und Arverio profitieren“, macht Becker deutlich. Für das kommende Jahr hat Arverio die AVG zu einem Gegenbesuch nach Essingen bei Aalen eingeladen, um den begonnenen Austausch fortzusetzten und weiter zu vertiefen. „Das heutige Treffen war ein sehr gelungenes Format und lieferte viele wertvolle fachliche Erkenntnisse“, zog Becker eine positive Bilanz des Treffens.
Enrico Spranger erklärt für die Leitstelle von Arverio Baden-Württemberg: „Im betrieblichen Alltag arbeiten die Leitstellen der verschiedenen Verkehrsunternehmen immer zusammen. Sich nun auch einmal persönlich zu begegnen, die Gemeinsamkeiten und auch unterschiedlichen Abläufe kennenzulernen, ist auf jeden Fall eine gute Idee. Vielen Dank an die AVG für die Initiative und Gastfreundschaft! Wir bleiben weiterhin im Austausch.“
Interessanter Blick hinter die Kulissen der Leitstelle
Neben einer Sonderfahrt mit einer AVG-Stadtbahn stand unter anderem auch der Besuch der AVG-Leitstelle in der Gerwigstraße auf der Agenda, die das kommunale Verkehrsunternehmen dort gemeinsam mit den Verkehrsbetrieben Karlsruhe betreibt. Nachdem Leonardo Dewald von der AVG-Betriebsdurchführung die Organisation der Leitstelle sowie deren Aufgaben, Abläufe und dort genutzten Systeme vorgestellt hatte, konnten sich die Mitarbeiter*innen von Arverio im Anschluss mit den Leistellen-Disponenten der AVG über wertvolle Praxiserfahrungen und Fragen zu täglichen Betriebsprozessen austauschen – beide EVUs arbeiten beim Betrieb ihrer Leitstelle unter anderem mit den Software-Systemen DatNet und IVU.
Gleichzeitig wurden die unterschiedlichen betrieblichen Anforderungen herausgearbeitet. Während Arverio ausschließlich auf der Infrastruktur der Deutschen Bahn-Tochter DB InfraGO unterwegs ist, betreibt die AVG zusätzlich eigene Infrastruktur und nutzt als zentrale Säule des „Karlsruher Modells“ verschiedene Netze mit verschiedenen Betriebsverfahren – so sind die Stadtbahnen der AVG sowohl im innerstädtischen Straßenbahnnetz von Karlsruhe als auch auf den Eisenbahnstrecken in der Region unterwegs.
Bei ihrem Besuch blickte die Delegation von Arverio auch hinter die Kulissen der AVG-Leitstelle
Über die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft
Mit ihren Bahnen befördert die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft mbH (AVG) pro Jahr rund 47 Millionen Fahrgäste und zählt zu den größten Eisenbahnunternehmen in Baden-Württemberg. Sie sorgt nicht nur für einen zeitgemäßen Nahverkehr auf der namensgebenden Stammstrecke von Karlsruhe durch das Albtal nach Bad Herrenalb, sondern auch für einen leistungsstarken Stadtbahnbetrieb am mittleren Oberrhein rund um Karlsruhe. Die AVG ist eine elementare Säule des „Karlsruher Modells“, das als Tram-Train-System das innerstädtische Straßenbahnnetz der Fächerstadt mit den Eisenbahnstrecken in der Region verknüpft. Das kommunale Verkehrsunternehmen ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Stadt Karlsruhe und beschäftigt knapp 1.100 Mitarbeiter*innen. Weitere Informationen: avg.info
Über die Arverio Baden-Württemberg
Die Arverio Baden-Württemberg GmbH mit Sitz in Stuttgart wurde im Februar 2017 gegründet und betreibt seit 2019 fünf regionale Schienenstrecken mit über 700 Streckenkilometern. Mit jährlich rund 10,8 Mio. Zugkilometern befährt Arverio Baden-Württemberg das Stuttgarter Netz mit der Remsbahn, Residenzbahn, Filstalbahn und Frankenbahn sowie die Murrbahn. Arverio Baden-Württemberg ist ein Tochterunternehmen der Arverio Deutschland und ein Schwesterunternehmen der Arverio Bayern GmbH. Weitere Informationen: arverio-bw.de